Wir Pfadfinder haben zwar von Zeit zu Zeit mit Karte und Kompass zu tun, aber mit derart veralteten Karten beschäftigen wir uns sonst eigentlich nicht. Nichtsdestotrotz finden wir diese historischen Karten so spannend, dass wir sie euch nicht vorenthalten wollen.

„Zwischen 1801 und 1814 wurden die Rheinlande auf persönlichen Befehl Napoleons unter dem Kommando des Oberst Jean Joseph Tranchot topographisch aufgenommen (kartiert). Ab 1815 setzte Karl von Müffling das Projekt im Auftrag der preußischen Regierung fort. Die Bearbeitung wurde 1828 beendet. Das Werk besteht aus 264 Einzelblättern im Maßstab 1:20.000.“ >>Wikipedia

Falls du dir diesen Beitrag mit deinem Handy anschaust, empfehlen wir es für eine bessere Darstellung quer zu halten.

 

Refrath Deutz

Auf diesem Bild sieht man das rechts rheinische Köln, welches damals in erster Linie aus dem beschaulichen Deutz und einem Fischerdörfchen namens Mülheim bestand. Zu dieser Zeit war der Verkehr im Rhein geringer, die Fischpopulation aber um so beachtlicher! Der Strunder Bach (heute Strunde) floss damals noch oberirdisch in den Rhein. Die vielen Mühlen am Strunder Bach geben Mülheim auch seinen Namen. Köln-Kalk schrieb sich zu dieser Zeit noch Kalck und war nicht mehr als ein paar Höfe mit einer südlich davon gelegenen „Capelle“ die heute noch einer U-Bahnhaltestelle ihren Namen leiht. Auch andere heutige Kölner Stadtteile wie Gremberg, Buchheim, Vingst und Merheim waren damals eigenstndige ländliche Dörfchen.

 

Bensberg Refrath

800px-Ponton-Bruecke_Koeln-Deutz_1900c

Wolltest du zu dieser Zeit von Bensberg nach Köln, hättest du wahrscheinlich nur wenig Schwierigkeiten dich zurechtzufinden. Einfach die damals schon kerzengerade Kölner Straße herunter reiten, über die Frankenforster Straße an der Lustheide vorbei und über die Wege, die wir heute Olpener Straße und Kalker Hauptstraße nennen bis nach Deutz. Von dort kannst du dann über die gerade (1822) neu eingeweihte Pontonbrücke über den Rhein (linkes Bild um 1900, Quelle: Wikipedia – Deutzer Brücke). Wenige Jahre zuvor hättest du noch die Fähre nutzen müssen. Bei deinem Ritt wäre dir vielleicht aufgefallen, dass die Kaule zu der Zeit noch Kule hieß, der Fürfels sich noch mit einem Vogel-V schreibt und, dass es allgemein ein paar Häuser weniger gibt, 1810 hatte ganz Bergisch Gladbach 2.655 Einwohner/innen.

 

Moitzfeld Bensberg

9f57b31ef740df8dffff81fefffffff1Links oben neben dem Schloss sieht man ein kreuzförmiges Gebäude, die Kirche St. Nikolaus. Allerdings handelt es sich nicht um den Bau von 1877, den wir heute kennen, sondern wohl eher um den Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert (Bild links, Quelle: Die Geschichte der St. Nikolaus – Pfarre Bensberg). Viele der Ortsnamen von demals kennt man auch heute noch, aber dass Moitzfeld früher in Unter- und Obermoitzfeld unterteilt war, wusste ich auch noch nicht.

 

 

Wer jetzt selber weiter forschen möchte, kann sich gerne auf die Seite des TIM gehen und sich historisches und aktuelles Kartenmaterial anschauen (am besten am PC, nicht mit dem Handy). Die Kartenwahl erfolgt auf der Seite mit Hilfe des mittleren Knopfes im Fenster oben rechts. Beachtet, dass die historischen Karten nur bei bestimmten Zoomstufen angezeigt werden. Bei Fragen kannst du gerne einen Kommentar hier auf der Seite schreiben.

3 Kommentare

  • Erlauben Sie mir eine Frage: Gibt es Gruppe in Bergisch Gladbach denn ich hätte einen syrischen Jungen von 9 Jahren der wohl daran Spaß hätte. Seine Eltern würden es auch begrüßen aber Moitzfwld ist halt schwer zu erreichen. Können Sie mir den Monatsbeitrag benennen. Danke MfG Bernhard Hagenann

    • Hallo Bernhard,
      in Bergisch Gladbach am Quirlsberg gibt es noch den befreundeten Stamm Folke Bernadotte. Die gehören, wie wir, zum BdP und machen auch sehr gute Arbeit. Weitere Infos erhaltet ihr auf deren Internetseite.
      Unser Jahresbeitrag liegt bei 95 €. Dazu kommen dann für die Wölflinge ein paar Wochenendaktionen im Jahr, die kosten aber zusammen in der Regel auch weniger als 100€. Es ist auch möglich, das der Beitrag für Syrische Flüchtlinge geringer ist. Generell haben Familien, die Zuschüsse für die Grundsicherung (Hartz IV) erhalten, einen Anspruch auf Zuschüsse aus das Bildungspaket. Diese würden den Jahresbeitrag sicherlich decken.
      Grundsätzlich gilt, dass Geld nicht darüber entscheiden sollte, ob ein Kind zu den Pfadfindern kann oder nicht. Bisher haben wir immer einen Weg gefunden. Von daher solltet ihr in jedem Falle den Kontakt aufnehmen.

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